Sonderausgaben der Zinglogs
zeitlose Artikel zu verschiedenen Themen
Vollformatobejektive leuchten theoretisch nicht das 44mm x 33mm große Feld eines 'kleinen' digitalen Mittel-formatsensors aus. In der Praxis stellt sich jedoch heraus, dass die 'vintage lenses' sehr wohl erfolgreich an einer Mittelformatkamera eingesetzt werden können. Dabei ist es nicht einmal erforderlich die Kamera in den 35mm-Modus zu versetzen. Es entstehen vielmehr Fotos mit hoher Auflösung und dem gewissen 'vintage look'.
In diesem Artikel wird beschrieben, was es zu beachten gilt, wenn man alte Objektive an eine moderne, digitale Mittelformatkamera (Fuji GFX50SII aka "Die dicke Bertha") adaptiert. Neben den Hinweisen auf mögliche Ein-schränkungen, Schwierigkeiten und Probleme wird natürlich auf die sich ergebenden gestalterischen Möglichkeiten eingegangen. weiterlesen
Mitte der 90er Jahre fiel mir ein Buch in die Hände: "Besser Fotografieren - Stadt- und Architekturfotografie", erschienen im Time-Life Verlag. Das sehr technisch orientierte Kapitel über die Verwendung von Shift-Objektiven und verschwenkbaren Objektiven hat mich sofort in den Bann gezogen. Wenn man zu dieser Zeit dann, in den 90ern, in ein Fotofachgechäft gegangen ist, um sich nach dem Preis solcher Spezialobjektive zu erkundigen, hat sich die Begeisterung schnell wieder gelegt. Tilt-/Shift-Objektive waren nur etwas für Profis (und man musste zudem über das richtige Kamerasystem verfügen).
Dann kam 2020 die Corona-Pandemie und man konnte viel Zeit im Internet verbringen. Dabei hat mich meine Blase dann zum
youtube-Kanal von Keith Cooper,
Northlight Images gelenkt. Plötzlich waren Tilt-/Shift-Objektive wieder präsent. Tilt-/Shift-Objektive sind auch heute immer noch teuer und selten, aber das Angebot ist zumindest seit den 90ern gewachsen. Und dann hat Keith Cooper die Tilt-/Shift-Adapter von
fotodiox vorgestellt. Mit diesen Tilt-/Shift-Adaptern wird es möglich z.B. Vintage-Objektive mit einer Shift- und Tilt-Funktion aufzurüsten und an einer spiegellosen Systemkamera (DSLM) zu verwenden.
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Als ich vor 20 Jahren von der analogen zur digitalen Fotografie wechselte, war das eine immense Umstellung. Ich hatte zuvor meist auf Diafilm gearbeitet. Das, was man fotografiert, erhält man als Ergebnis. Es gibt keinen Umkopiervorgang, bei dem man noch etwas retten könnte. Ausgebrannte Lichter sind durch nichts wiederherzustellen. Diafilm ist dabei sogar noch unverzeihlicher als Negativfilm, der manchmal bis zu 3 EV Überbelichtung klaglos akzeptiert.
Und dann war da plötzlich die Digitalfotografie. Expose to the right (ETTR) und alles andere erledigst Du durch Nachbearbeitung. Dieses (viel zu) simple Rezept hatte ich schnell verinnerlicht. Irgendwann habe ich mehr Zeit mit der Verarbeitung meiner RAW-Fotos in der digitalen Dunkelkammer verbracht, als draußen vor Ort tatsächlich zu fotografieren. 1.000 Urlaubsfotos waren oft erst nach Wochen oder Monaten bereit, um hergezeigt werden zu können. Ein Tourenbucheintrag zur letzten Bergtour konnte erst vorgenommen werden, wenn alle Bilder bearbeitet waren. In der nun folgenden Phase hätte ich fast die Lust an der Fotografie verloren. Wer weniger vor dem PC sitzen will, der muss auch weniger fotografieren. Wer weniger fotografiert, der verlernt es irgendwann.
Nach vielen erfolglosen Versuchen mit JPEGs aus digitalen Kompaktkameras glücklich zu werden, habe ich mir dann im Sommer 2018 erstmals eine Fujifilm X-T20 zugelegt. Sofort habe ich mich in die Qualität und Farben der Fujifilm-Filmsimulationen verliebt. Der Schritt zu JPEG-Rezepten war da nur noch ein kleiner. Heute besteht der weitaus größte Anteil meiner fotografischen Arbeit aus JPEGs direkt aus der Kamera. Ich fotografiere mehr, habe mehr Spaß und verbringe weniger Zeit vor dem Computer, außer natürlich wenn ich eine Sonderausgabe über JPEG-Rezepte in den zinglogs verfasse ...

